Werkzyklus Feuerpferde
Das Feuerpferd steht groß, aufrecht und präsent im Bildraum. Mit ruppigem Spachtelstrich und grellen Farben wird es in einem Zug auf rohes Leinen gesetzt – ohne Hintergund, ohne erzählerische Kulisse, ohne Vorzeichnung. Diese Unmittelbarkeit macht die Serie zu einen meiner persönlichsten und direktesten Äußerungen.
Die sichtbaren Spachtelspuren machen diesen Prozess erfahrbar, das Ringen um Form, Fassung und Gleichgewicht. Die großen Formate erlauben ein körpernahes Arbeiten. Fragmentarische Konturen, unvollständige Momente und grelle, unnatürliche Farben geben inneren Zuständen Raum. Das Feuerpferd und die Amazone erscheinen als Einheit und zugleich als getrennte Figuren, ein Bild für Nähe, Spannung und Rollenwechsel. Die serielle Wiederholung legt Wahrheiten und Emotionen offen.
Nach der chinesischen Astrologie werden alle 60 Jahre „Feuerpferde" geboren, auch in meinem Geburtsjahr. Das Feuerpferd wird so zum Selbstbild: ein Wesen zwischen Stärke und Verletzlichkeit, zwischen Trauer, Mut und Verspieltheit. Es sind radikale Porträts, die in einer Zeit der erregten Instabilität auf der Suche nach einer neuen Balance entstanden sind.











